Susanne Kujala ist eine in Finnland lebende deutsche Konzertorganistin und -akkordeonistin. Die Arbeit mit ihren beiden Instrumenten, die der Tonerzeugung nach sehr nahe Verwandte sind, hat sie als Interpretin nachhaltig beeinflusst.

Die Zusammenarbeit mit Komponist*innen ist ein wesentlicher Bestandteil ihres künstlerischen Schaffens. Sie hat über 50 Solo- und Kammermusikwerke, drei Konzerte sowie fünf Werke für die mikrotonale Fokker-Orgel mit 31-Tonsystem des Muziekgebouw aan t’IJ in Amsterdam uraufgeführt. Im August 2021 wird sie das Konzert für Orgel und Bid Band Gandai von Markus Fagerudd zusammen mit dem UMO Helsinki Jazz Orchestra uraufführen. Mit Tytti Arola und Kalle Vainio arbeitet sie am Projekt Red List, das in einer mehrstündigen Performance mit Orgel, Live-Elektronik und Tonbandgeräte (Magnetophon), ein Projekt, das vom Aussterben bedrohte Arten thematisiert.

Ihre Diskographie umfasst Aufnahmen von Werken von Kalevi Aho, Johann Sebastian Bach, Veli Kujala, Franz Liszt, Juhani Nuorvala und Max Reger. Im Juni 2018 erschien ihre CD Bach on Porthan Organ (Alba Records), und im Dezember 2018 wurde ihr Album Songs of a Lost Land (Three Worlds Records) mit Improvisationen zusammen mit dem englischen Hornisten Pip Eastop digital veröffentlicht. Ihre neueste CD mit Werken des 21. Jahrhunderts erschien im März 2019.

Susanne Kujala studierte zunächst von 1996–99 Akkordeon und Korrepetition für künstlerischen Lehranstalten an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin und schloss ihr Studium im Februar 1999 mit dem Diplom im Fach Akkordeon und dem Vordiplom im Fach Korrepetition ab. Nach ihrem Umzug nach Finnland studierte sie Akkordeon und Orgel an der Sibelius-Akademie Helsinki und absolvierte ihren Master of Music -Abschluss 2006. Im Herbst 2013 schloss sie ihr Studium zum Doktor der Musik an der Sibelius-Akademie der Universität der Künste Helsinki mit dem Thema „Die Orgel – als Instrument für Neue Musik“ ab.

Susanne Kujala gibt regelmäßig Vorlesungen bei Symposien z. B. über zeitgenössische Orgelmusik und Orgelbau. Sie ist zusammen mit KMD Eckhard Manz künstlerische Leiterin von BRANDNEU – Europäische Wochen für Neueste Orgelmusik Kassel 2022, ein Festival mit über 27 Uraufführungen aus allen europäischen Ländern. Sie ist Jurymitglied des Kaija Saariaho Kompositionswettbewerbes. Bei mehreren Orgelbauprojekten wurde sie als Beraterin hinzugezogen.

Sie unterrichtet seit 2009 Orgel, Kammermusik mit Akkordeon oder Orgel, Orgelpädagogik, Geschichte der Orgelkunst und Aufführungspraxis an der Sibelius-Akademie. Sie hat auch Methoden für den Orgelunterricht mit Kindern und Jugendlichen entwickelt und 2018 zusammen mit Tomi Satomaa die Finnische Orgelschule für Kinder (Suomalainen urkukoulu lapsille), erschienen bei Sulasol, herausgegeben. Susanne Kujala war von 2014–16 Vorsitzende der Organum-Gesellschaft und hat in dieser Position bei acht Komponistinnen und Komponisten Werke für junge Organisten in Auftrag gegeben, die 2019 bei Fennica Gehrman erschienen sind. Von 2016–2020 war sie Vorsitzende der Gesellschaft „Finland Chapter of the American Guild of Organists“, die im Sommer 2019 zusammen mit der Sibelius-Akademie die Organ Academy Helsinki organisierte.